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Stadtmagazin November 2019, Autor Laura Wilhelm

Neueröffnung Mode-Atelier Rosengarn

Betritt man Karin Plums (53) „Rosengarn“-Atelier im umgebauten ehemaligen Kuhstall ihres Prummerner Bauernhauses, kommt man ins Staunen: An Kleiderstangen reihen sich Jacken, Mäntel, Hosen, Hemden, Kleider und Röcke in den herrlichsten Farben aneinander. Allesamt handgemacht. Allesamt Unikate. Damit aber nicht genug der Besonderheiten. Hinter dem Namen „Rosengarn“ verbirgt sich nämlich keine herkömmliche Mode-Schneiderei. Karin Plum fertigt seit inzwischen 15 Jahren Latex-Kleidung selbst an.

Ende der 90er Jahre ist sie erstmals mit dem Material in Kontakt gekommen. „Eine Freundin sprach mich an, ob ich mir nicht vorstellen könnte, Näharbeiten für einen Fetisch-Laden zu übernehmen“, so die leidenschaftliche Schneiderin und Modedesignerin. Weil sie das Thema interessiert hat, hat Karin Plum kurzum einfach losgelegt. „Anfangs musste ich allerdings viel üben. Die Arbeit mit Latex unterscheidet sich doch sehr vom Umgang mit herkömmlichen Stoffen.“ Wird hier beispielsweise eher geklebt, als genäht. Inzwischen ist die Prummenerin Profi. Den Schritt in die Selbstständigkeit hat sie schon 2004 gewagt. „Weil die Lack- und Latexszene nicht besonders groß ist, kannten mich schon viele Kunden, die mir Aufträge aus ganz Deutschland bescherten.“ Während sie im Ort damit für Redestoff sorgte, wuchs ihr Unternehmen „Rosengarn“ stetig. „Auf dem Land ist man natürlicherweise eher skeptisch, was Dinge in diese Richtung angeht.“ Inzwischen interessiere man sich aber auch hier sehr für ihr tun. „Unter anderem, weil ich häufiger den Begriff ‚Naturkautschuk‘ anstelle von ‚Latex‘ verwende“, erzählt sie zwinkernd. Und vor allem, weil die Kleidungsstücke immer alltagstauglicher werden. „Ich habe mich vor rund eineinhalb Jahren darauf spezialisiert, tragbare Mode für Frauen und Männer herzustellen.“ Damit gilt Karin Plum landesweit übrigens als Vorreiterin. Sie stellt die Kleidung nicht allein aus mattem und glänzendem Latex her, sondern verwendet edle sowie raffinierte Futterstoffe und Verschlüsse. Ebenfalls außergewöhnlich ist die Farbvielfalt. „Auf Wunsch erhalten meine Kunden bei mir aufwendig gegossene Latexbahnen mit Muster, die einzigartig und eigens für das gewünschte Outfit vor Ort hergestellt werden.“ Latex made in Prummern sozusagen.

Im Sommer 2019 war eine gefütterte Jacke aus der „Rosengarn“-StreetStyle-Kollektion übrigens sogar für den Staatspreis Manufactum NRW im Kunsthandwerk nominiert. Als eines von 128 Stücken wurde die Jacke sechs Wochen lang im Kölner Museum für Angewandte Kunst ausgestellt. „Allein durch die Nominierung hat meine Mode eine neue Wertigkeit bekommen und bringt mich meinem Ziel ein Stück näher, zu beweisen, wie tragbar Latex ist.“

Atelier geöffnet:

Wenn Sie Interesse an Rosengarn haben,  freut Karin Plum sich mittwochs von 9 bis 18 Uhr über Ihren Besuch an der Feigengasse 13 in Prummern.

Außerdem sind Termine nach Vereinbarung unter der
02451-9112687 möglich.

Vier Mal pro Jahr findet außerdem ein “Langer Samstag” statt. Zwischen 12 und 18 Uhr kann man sich ausgiebig über Mode und Herstellung informieren.